3½ Monate Fabrik-Arbeiterin by Minna Wettstein-Adelt

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By Ronald Gonzalez Posted on Dec 25, 2025
In Category - Leadership
Wettstein-Adelt, Minna, 1869-1908? Wettstein-Adelt, Minna, 1869-1908?
German
Have you ever wondered what it was really like to be a working woman in the 1890s? Minna Wettstein-Adelt decided to find out. In 1898, she left her comfortable life as a journalist and went undercover in a German factory for three and a half months. This book is her diary from the front lines. It’s not a dry history lesson—it’s a raw, personal account of exhaustion, tiny wages, and the constant struggle to be treated with dignity. She shows us the human faces behind the industrial revolution, and asks questions about fairness and progress that still feel urgent today. It’s a hidden piece of history that reads like a secret diary.
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sie sollen die Bewegung auch in den unteren Schichten fördern. Als eifrige Kämpferin für unser gutes Recht habe ich vielfach Gelegenheit gehabt zu sehen, daß fast alle deutschen Frauen unter den Kämpferinnen, auch die tüchtigsten, die Kirche am Turm anfangen zu bauen, d. h., sie berücksichtigen bei ihrem Streben immer nur das Frauenstudium und die Gleichberechtigung mit dem Mann, ohne in die unteren Kreise hinabzusteigen, um die Frauen dort kennen zu lernen. _Auch ich will Gleichberechtigung mit dem Mann_; aber so lange Tausend und aber Tausend von Frauen in Elend, Knechtschaft und Verrohung schmachten, muß erst diesen geholfen werden, ehe man die _verhältnißmäßig_ noch gut dastehenden Oberen unterstützt. In meinen Bestrebungen hat mir, zwar indirekt, aber dennoch als Bahnbrecher, Paul Göhre, der Verfasser von »3 Monate Fabrikarbeiter und Handwerksbursche«, Verlag von Grunow, Leipzig, den Weg gewiesen; ihm verdanke ich die Idee, er war mein Pionier. Sobald der Plan in mir gereift war, gleich Göhre als Arbeiterin unter Arbeiterinnen zu leben, machte ich mich ans Werk, um ihn auszuführen. Da für mich -- in Berlin -- Spandau die nächste Fabrikstadt ist, so wandte ich mich an die Direktion der fiskalischen Betriebe, an eine Gewehr- und eine Pulverfabrik, mit der Bitte, mir daselbst Arbeit zu geben; allein mein Verlangen, ebenso ein Gesuch an den Herrn Kriegsminister, blieb unberücksichtigt. Aus welchen Gründen mir der Eintritt in jene Betriebe nicht gestattet wurde, kann ich nicht begreifen; daß die fiskalischen Betriebe irgend etwas in der Behandlung ihrer Arbeiterinnen zu verheimlichen hätten, kann ich mir nicht denken. Ich erhielt endlich, nach langen Bemühungen, Arbeit in einer Berliner Fabrik; allein dort konnte ich nicht das gewünschte Material finden, mir war es um eine _typische_ Arbeiterbevölkerung zu thun. Herrn Louis Gr. (Inhaber der Firma Gebrüder Gr.), dem Besitzer eines großen Strumpf- und Trikotagengeschäftes in der Königstraße, den ich als seine Kundin kennen und schätzen gelernt hatte, vertraute ich mich an, weil ich wußte, daß dieser Herr mit den größten Chemnitzer Fabriken in Geschäftsverbindung steht, und mir infolge dessen wohl ein Unterkommen vermitteln würde. Ich hatte mich nicht geirrt. In Herrn Grs. Empfehlungen hatte ich ein »Sesam, öffne Dich!« gefunden, das mir den Eintritt in die meisten Chemnitzer Fabriken verschaffte, sodaß ich nur zu wählen brauchte. Ich habe, im Gegensatze zu Paul Göhre, in vier Fabriken verschiedener Branchen gearbeitet, sowie in einer Fabrik auf dem Lande, um die Landarbeiterbevölkerung und die Hausindustrie kennen zu lernen. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, daß ich jede Minute des Tages zur Arbeit verwandte, daß ich meine Gedanken beständig koncentrierte, um möglichst viel zu erfahren. Ich bin Abend um Abend, Sonntag um Sonntag mit meinen Arbeits-Genossinnen zusammengewesen, ich habe mit ihnen fast alle Vergnügungs- und Tanzlokale besucht. Trotzdem aber bitte ich, meine Betrachtungen nicht als ein _apodiktisches_ Urteil über die Arbeiterinnen anzusehen; ich werde versuchen, stets objektiv zu bleiben, alles so zu schildern, wie ich es _vielfach, nicht nur hie und da_, gefunden habe, und bemerke noch, daß ich hier _nur_ von der sächsischen Arbeiterin spreche. Wenn auch mein Buch einen Sturm von Entrüstung bei denen hervorrufen wird, die seinerzeit Göhres Werk angriffen als »ein feiges Sicheinschleichen in das Vertrauen des harmlosen Arbeiters«, so bin ich doch getrost; ich habe jene _schweren_ Monate _nur zum Wohle meiner leidenden Geschlechtsgenossinnen_ durchgemacht. Ich allein kann es beurteilen, was ich in jenen Verhältnissen, die mir bis dahin gänzlich fremd gewesen, gelitten, wie bitter schwer es mir oft wurde, den traurigen Vergnügungen nachzugehen. Ich allein weiß es, wie manche Nacht ich vor Erschöpfung, vor übergroßer Ermüdung nicht einschlafen konnte, wie ich bei der schweren körperlichen Maschinenarbeit oft glaubte zusammenzubrechen. Nur die aufopfernde, treue Pflege meines Mannes, der...

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In 1898, journalist Minna Wettstein-Adelt did something radical: she took a job in a factory under a false name. For over three months, she worked the long hours, lived in the cramped boarding houses, and tried to survive on the meager wages of her fellow female workers. This book is the record of that experience.

The Story

The book follows Minna’s daily life, from the shock of the factory whistle at dawn to the bone-deep fatigue at night. She details the repetitive, often dangerous work, the strict and sometimes cruel overseers, and the tiny pay that vanished on rent and basic food. We meet her coworkers—young women far from home, trying to scrape together a life. The "story" is the relentless grind itself and Minna’s growing understanding of a system that seems designed to keep these women exhausted and powerless.

Why You Should Read It

This isn't a statistic-filled report. It’s immediate and personal. You feel the ache in her back, the frustration when a foreman cuts pay for a minor mistake, and the small sparks of solidarity between the workers. It makes history feel real. Minna doesn’t just observe; she gets angry, she gets tired, and she makes you see the human cost of "progress." It’s a powerful reminder that the fight for fair wages and safe working conditions has a long, personal history.

Final Verdict

Perfect for readers who love immersive nonfiction and real-life stories that read like novels. If you enjoyed Barbara Ehrenreich’s Nickel and Dimed, you’ll find a fascinating historical cousin here. It’s also a great pick for anyone interested in women’s history, social justice, or just a gripping account of a world that’s both foreign and strangely familiar. A short, sharp, and unforgettable piece of undercover journalism from another century.



🟢 Legacy Content

This publication is available for unrestricted use. Enjoy reading and sharing without restrictions.

Aiden Jones
1 year ago

This is one of those stories where it challenges the reader's perspective in an intellectual way. A valuable addition to my collection.

Jessica Hernandez
1 year ago

Good quality content.

Elijah White
8 months ago

Comprehensive and well-researched.

Kimberly Robinson
1 year ago

I came across this while browsing and the depth of research presented here is truly commendable. Truly inspiring.

Emma Young
2 months ago

A must-have for anyone studying this subject.

4.5
4.5 out of 5 (15 User reviews )

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