Flaubert und die Herkunft des modernen Romans by Heinrich Mann

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By Ronald Gonzalez Posted on Dec 25, 2025
In Category - Business
Mann, Heinrich, 1871-1950 Mann, Heinrich, 1871-1950
German
Ever wonder why modern novels feel so different from older classics? This is your answer. Heinrich Mann, the brilliant older brother of Thomas Mann, takes us on a detective hunt through literary history. He argues that everything changed with Gustave Flaubert. It's not just a dry analysis—it's a passionate argument about where our stories come from and how one French writer's obsession with perfect sentences rewired fiction forever. If you've ever loved a book that felt 'real' in a new way, this explains why that feeling exists.
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Frühlingsempfindungen wecken, während es draußen noch schneit und friert. *Bonn* 1895. FRÜHJAHR 1891. I. Es war Mitte März: Wir erwarteten sonniges Frühlingswetter, und doch regnete es an der Riviera. Unaufhörlich schlugen die Regentropfen gegen die Scheiben, heftig oder gelinde, doch ohne Ende, so daß auch die Tage endlos erschienen. Mißmuthig hatte man das Buch aus der Hand gelegt, die Unterhaltungen stockten. Bittere Klagen wurden über das Wetter laut. So Mancher war über die Alpen geeilt in der sicheren Erwartung, jenseits derselben den viel gepriesenen ewig blauen Himmel zu schauen; er hatte gehofft, den nahenden Vollmond in den Fluthen des Mittelmeeres sich spiegeln zu sehen, und nun wurde all’ sein Sehnen und Trachten zu Wasser. – Ich selbst, der ich oft schon den Frühling in Italien zugebracht hatte, faßte die Sachlage weit ruhiger auf. Wußte ich doch, daß auch in Italien die Regenzeit auf das Frühjahr fällt. Würden die Felder und Gärten Italiens nicht im Spätherbst und Frühling mit Regen getränkt, wie sollten sie Früchte tragen? Herrscht doch in den übrigen Jahreszeiten meist die größte Dürre. Was mich veranlaßt, trotz dieser scheinbar wenig günstigen Aussichten, doch immer wieder gerade im Frühjahr über die Alpen zu ziehen, das ist die Sehnsucht nach grünen Fluren und belaubten Bäumen, nach etwas Sonne und Wärme; die Zuversicht, am Mittelmeer doch mildere Witterung als im Norden zu finden, die Hoffnung, dort auch manchen sonnigen Tag, ja bei einigem Glück eine ganze Reihe solcher Tage zu erleben. Nach dem langen, kahlen, kalten nordischen Winter wirkt der Contrast am stärksten; man freut sich über das kärglichste Grün, nimmt dankbar jeden Sonnenstrahl entgegen, während schon Mancher zur Herbstzeit in der sonnverbrannten lombardischen Ebene sich nach den saftreichen Matten und dem üppigen Baumwuchs der Alpen zurücksehnte. Der Herbst pflegt auch in unseren Breiten schön zu sein, während unser März- und Aprilwetter mit Recht berüchtigt ist. So kam es auch in diesem Frühjahr; denn während Briefe und Zeitungen uns Kunde von Schnee und Kälte von jenseits der Alpen brachten, hatten wir uns am Mittelmeer alsbald des herrlichsten Sonnenscheins zu erfreuen. Ganz besonders schön wurde es um die Osterzeit. Himmel und Erde zogen ihr Festkleid an, um sich in unsterbliche Pracht zu hüllen. Der Ostersonntag fand mich in Bordighera. Vor Tagesanfang brach ich auf, um den Monte Nero zu besteigen. Doch blieb ich bald gefesselt am Cap d’Ampeglio stehen und wartete dort den Sonnenaufgang ab. Geisterhaft verklärt tauchte Corsica in weiter Ferne auf; vorn aber folgte das entzückte Auge der reichgegliederten Küste, die im weiten Bogen das Meer umfaßt, als wolle sie es liebevoll an sich schließen. Der Osten war stark geröthet, und dieser purpurne Schein färbte in glühenden Tönen die Kämme der stahlblauen Wellen. Kein Wölkchen trübte das Himmelsgewölbe, das aus tiefstem Blau durch zartes Grün sich gegen die Meeresfläche senkte. Plötzlich tauchte der rothe Sonnenball am Horizont empor und sandte seine feurigen Strahlen über das weite Meer, als wenn er es entzünden sollte. Und tausend Lichter drangen in die tiefen Buchten des Strandes, in die dunklen Thäler der Küste ein, um aus denselben die Schatten der Nacht zu verscheuchen. Hell blitzten in weiter Ferne, wie von Feuersbrunst erfaßt, die Häuser von Monaco auf, und selbst das entfernte Antibes warf lange, goldige Strahlen der Sonne als Morgengruß zurück. Ueberall war es wie ein Aufflammen, ein Erwachen, und gleich einem Jubelruf tönte es durch die ganze Natur. So feierten an jenem Morgen Himmel und Erde am blauen Mittelmeer das Fest der Auferstehung! Ich war in dieses Schauspiel wie verloren und merkte nichts von dem Schwinden der Zeit. So kam es, daß die Sonne schon hoch am Himmel stand, als ich die Weiterwanderung...

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Heinrich Mann's book isn't a novel; it's a literary investigation. He builds a case that the modern novel, with its focus on psychological realism and detached observation, was born not in the 20th century, but in the 19th, in the work of Gustave Flaubert.

The Story

Think of it like a biography of an idea. Mann traces how Flaubert broke from the romantic, moralizing traditions of his time. He shows how Flaubert's famous search for le mot juste (the right word) wasn't just about style—it was a new way of seeing the world. By removing the author's obvious judgment, Flaubert made readers confront life's complexities head-on. Mann connects this artistic revolution in Madame Bovary directly to the novels that came after, shaping the very books we read today.

Why You Should Read It

This book changed how I see my bookshelf. It made me appreciate the invisible architecture behind great fiction. Mann writes with the fire of a true believer, not a dusty professor. You feel his excitement as he pieces together this literary puzzle. It’s less about memorizing facts and more about understanding a seismic shift in how we tell human stories.

Final Verdict

Perfect for curious readers who have ever finished a modern classic and thought, 'How did we get here?' It's for book club members who want to dig deeper than the plot, and for anyone who believes that understanding an artist's struggle makes their work even more powerful. You don't need a literature degree, just a love for how stories work.



⚖️ Free to Use

The copyright for this book has expired, making it public property. It is available for public use and education.

Charles Williams
5 months ago

Read this on my tablet, looks great.

Charles Wilson
5 months ago

I came across this while browsing and the depth of research presented here is truly commendable. Thanks for sharing this review.

Joshua Anderson
2 years ago

I started reading out of curiosity and the emotional weight of the story is balanced perfectly. Worth every second.

4.5
4.5 out of 5 (13 User reviews )

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