Der wilde Garten : Roman by Grete von Urbanitzky

(13 User reviews)   6930
By Ronald Gonzalez Posted on Dec 25, 2025
In Category - Productivity
Urbanitzky, Grete von, 1891-1974 Urbanitzky, Grete von, 1891-1974
German
Hey, have you ever felt trapped by the life you're supposed to want? That's the heart of this rediscovered gem from the 1920s. It's about a woman named Helene, living in a grand but stifling Austrian estate after WWI. From the outside, it's a picture of recovered elegance. But inside, Helene is quietly suffocating, bound by duty and a cold marriage. The story really takes off when an old flame, a passionate artist from her past, re-enters her world. It's a tense, beautifully written look at the choice between a safe, orderly life and the messy, thrilling possibility of real passion. It feels surprisingly modern for a century-old book.
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runden Frühstückstisch, den eine Vase mit künstlichen Blumen zierte. Man hörte schlurfende Schritte draußen vor der Türe. Die Wirtin trat ein und meldete: „Frau Doktor, die kleine Gertrud ist draußen. Darf sie herein?“ Über das zeitlose, wie mit dünnen Pastellstrichen gezeichnete Gesicht des alten Fräuleins huschte ein leises Lächeln, das die dünnen Lippen nur ein wenig auseinanderschob. Sie hob mit einer jähen Bewegung den Kopf und sagte: „Ja, es ist gut, Frau Knorke, lassen Sie die Kleine nur herein!“ Ein halbwüchsiges Mädchen schob sich ungelenk und scheu durch die Türe herein und ging zögernd auf die Lehrerin zu, die sich rasch erhob und sagte: „Oh, wie dunkel es geworden ist! Du wirst dich hier ja fürchten.“ „O nein!“ fiel die junge Stimme ein. „Lassen Sie es nur so, Frau Doktor! Nein, bitte, zünden Sie kein Licht an.“ Der Lehrerin ermüdete Augen durchdrangen mühsam das Dunkel und umfingen mit gespannter Aufmerksamkeit die kleine, etwas plumpe Gestalt ihr gegenüber am zweiten Sessel neben dem Schreibtisch und die selbst im Dämmern noch derb und unschön wirkenden Züge des Kindes. „Es ist schon fünf Uhr!“ sagte Fräulein Dr. Südekum vorwurfsvoll. Rasch setzte sie hinzu: „Es hat etwas gegeben – nicht wahr?“ Gertrud begann zögernd: „Ja, – ich habe einen großen Umweg gemacht, ich, – ich wollte, nein, ich wollte nicht zu Ihnen kommen, Frau Doktor, – ich meine nicht so, wie es mir zumute war.“ Die Lehrerin beugte sich noch weiter vor und sah dem kleinen Mädchen aufmerksam in das Gesicht: „Es war wieder –“ Das Kind nickte schweigend. Plötzlich wurde sein Gesicht traurig, hart und dadurch fast alt. „Wir wollen die Schreibtischlampe anzünden,“ sagte Fräulein Dr. Südekum. „So, bleibe nur ruhig bei mir sitzen.“ Ihre weiche Stimme legte sich wie eine Decke über das Spröde, Klirrende der anderen. „Ich weiß, Sie wollen nicht, daß ich spreche,“ sagte das Mädchen in jäher Erregung „Und darum bin ich ja draußen herumgelaufen, ich weiß doch, – daß Sie wollen, ich ...“ Die Lehrerin faßte nach der Hand des Mädchens und schloß die heiße, zuckende zwischen ihre kühlen. „Du sollst erzählen, Gertrud,“ sagte sie ruhig, „aber nicht so, nicht in deinem harten Zorn. Du sollst nicht Worte sagen, deren Zeuge ich dann in deinem Erinnern immer sein würde – und die du vergessen kannst, solange du sie nur dachtest.“ Noch fester umschloß sie die heiße Hand des Kindes. „Ich bin dir gut, ich bin ganz bei dir, – aber ich will, daß du dich befreist. Ich will, daß das Böse, das andere dir tun, nicht auch dich böse macht ...“ Gertrud begann leise, stockend, dann immer erregter zu erzählen, indes große brennende Flecke über ihre Wangen und ihre Stirne huschten wie Widerschein einer roten Flamme: „Es war ja so namenlos dumm, – und doch! Ich habe ein altes Schulheft, – da hinein schreibe ich Sätze aus Büchern, die für mich ein geheimnisvolles Leben haben – die zu mir gehören, die plötzlich klar das aussprechen, was ich immer dunkel schon wußte, was ganz anders ist als das, was sie daheim glauben und lehren. Und dieses Heft –,“ plötzlich schlug die Stimme in wildes Schluchzen um. Das Mädchen konnte erst nach einiger Zeit weitersprechen, als die Hand der Lehrerin leise und begütigend über ihre glitt. „Mama wollte, daß ich sie zu Tante Emma begleite. Ich habe gar nichts gegen Tante Emma, aber es ist so entsetzlich, wenn ein Tag leer und dunkel verfließt. Wenn ich hören muß, wie sie von Tratsch, Staubsauger, Einkäufen und Ärger mit den Dienstboten reden und ich weiß, daß nun daheim die schönste Stunde ist.“ Die junge Stimme sank in einen Traum: „Die Aufgaben sind...

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Recently translated into English, The Wild Garden pulls you into the fading grandeur of post-WWI Austria. We meet Helene, the lady of a manor called Hohenstein. Her life is all polished surfaces and strict routines, a world rebuilt from the ashes of war but emotionally hollow. Her marriage to the proper, distant Baron is more of a business arrangement than a partnership.

The Story

Helene's carefully managed existence is upended when Robert, a bohemian painter and her first love, arrives at the estate. His presence is like a crack in a frozen pond. He doesn't see the Baroness; he sees the passionate, artistic young woman Helene once was. Through Robert's eyes and his unsettling, vibrant paintings of the estate's neglected wilderness, Helene starts to question everything. The central drama isn't about a simple affair, but about a woman waking up to her own numbness and deciding if she has the courage to feel something—anything—again, no matter the cost.

Why You Should Read It

Urbanitzky writes with a sharp, almost painful clarity about inner conflict. Helene isn't a dramatic rebel; she's a real, conflicted person weighing duty against desire, security against selfhood. The setting itself is a character—the "wild garden" of the title symbolizes everything in Helene that's been suppressed. Reading it, you're right there with her, feeling the weight of every glance and the tension in every quiet conversation. It’s a slow burn, but the emotional payoff is huge.

Final Verdict

Perfect for readers who love character-driven historical fiction with a strong psychological core. If you enjoyed the restrained tension of The Remains of the Day or the exploration of a woman's constrained choices in Mrs. Dalloway, you'll find a kindred spirit here. It's a quiet, powerful novel about the wilderness we sometimes have to cultivate within ourselves.



📚 Copyright Status

This book is widely considered to be in the public domain. It is now common property for all to enjoy.

Susan Hill
9 months ago

This is one of those stories where the pacing is just right, keeping you engaged. Absolutely essential reading.

Susan Smith
2 years ago

Surprisingly enough, it provides a comprehensive overview perfect for everyone. Highly recommended.

William Flores
1 year ago

I started reading out of curiosity and the pacing is just right, keeping you engaged. Don't hesitate to start reading.

John Wilson
1 year ago

Clear and concise.

Patricia White
1 year ago

The formatting on this digital edition is flawless.

4.5
4.5 out of 5 (13 User reviews )

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